Weihnachten bei uns zu Hause in Suedtirol

In Suedtirols Hauesern werden jeden Advendssonntag die Kerzen auf dem selbst gebastelten Advendskranz entzuendet. Am 05.und 06. Dezember folgen dann die traditionellen Nikolaus-und Krampusumzuege,wobei besonders letztere für Erwachsene sehenswert sind. Kunstvoll geschnitzte Masken werden beim Krampusse durch die Doerfer und Treiben ihr Unwesen.

Besonders in den Bauernhaeusern, wo viele Kinder waren, brachte der Krampus Angst und Furcht mit sich, um so fuer das ganze Jahr Zucht und Ordnung in die Familien zu bringen.

Am 06.Dezember musste der Krampus den Nikolaus in die Haeuser zur Bescherung begleiten.

Der Advend

Das Kirchenjahr faengt mit den Advend an. Es ist Brauch in der Kirche und in der Stube einen Advendskranz aufzustellen: einen mit Tannenzweigen geflochtenen Kranz, worin vier Kerzen stecken. Frueher waren drei von ihnen violett und sollten an die Buße erinnern. Eine Kerze, die letzte, die man entzuendete, deutet das bevorstehende Weihnachtsfest-und somit die Geburt Jesus an.

Um sich wuerdig auf das Weihnachtsfest einzustimmen,werden im Advent die “ Rorate“, feierliche Gottesdienste gehalten.

Ein fast verschwundener Brauch besteht darin, abends den Rosenkranz zu beten.

Das ganze Jahr ueber , besonders aber im Advent,versammelte sich die ganze Familie in der Stube um zu beten.

Im Advent herrscht eine geheimnisvolle Stimmung im Haus. Die Kinder warten auf den Nikolaus oder den Krampus , wenn sie nicht so brav gewesen sind. Sie helfen beim Kekse backen und hoffen auf den ersten Schnee um endlich die Rodel und die Skier vom Dachboden zu holen. Das Haus wird mit Tannenzweigen geschmueckt. Zum richtigen Zeitpunkt wird vom Vater der Tannenbaum fuer das Weihnachtsfest ausgesucht und nach Hause gebracht. Am 24. Dezember wird er geschmueckt und die Krippe aufgestellt.

Nach der Bescherung am Heiligen Abend gehen alle zur Christmette. Am Ende der Messe wird die Kirche verdunkelt,nur die Kerzen brennen noch und es ertönt “ Stille Nacht,Heilige Nacht“.

Der Heilige Abend ist bei den Kindern natuerlich besonders beliebt. Er erinnert an die Geburt Jesus, an dem das Christkind kommt und alle beschenkt. Nach altem Tiroler Brauch, duerfen in keinem Haus die Weihnachtskrippe und der Christbaum fehlen.

Die Krippen reichen von den einfachsten, nur aus Papierfiguerchen-oder mit der Wiege des Christkindleins zwischen Blumen und Kerzen erstellten, bis zu grandiosen und komplizierten Kunstwerken, mit Darstellungen von Bergen, Doerfern, Schafherden usw. Die Figuren sind gewoehnlich aus Holz und werden oft von Mitgliedern der Familie selbst geschnitzt. Sehr beliebt sind die kunstvollen Groedner Schnitzereien.

Nach dem Christtag folgt der 28.Dezember der Tag der Unschuldigen . In Messen wird dafuer gebetet.

Nach dem Jahreswechsel, zu dem ein Feuerwerk gehoert, um das neue Jahr gebuehrend zu empfangen, ziehen dann in den ersten Januartagen die Sterninger mit den “ Heiligen Drei Koenigen“ durchs Land und segnen die Raueme. Die drei Schulbuben oder auch Maedchen sind mit bunten Gewaendern und Kronen angetan. Sie fuehren den bilischen Stern auf einen langen Stab mit sich. Die Sternsinger,darunter auch immer ein Mohr,mit schwarzem Gesicht,singen ein “ Dreikoenigs-Lied“ und wueschen den Familien alles Gute fuer das kommende Jahr. Sie bringen den Familien BZW: Dorfbewohnern erhalten die Sternsinger Spenden, die fuer die Missionen, oder anderen wohltaetigen Zwecken verwendet werden. Auf den Hoefen werden die Sternsinger bewirtet undd koennen sich bei einer kleinen Staerkung kurz ausruhen, bevor es weitergeht: ein schoener und lebendiger Brauch.

Mit dem Brauch der Sternsinger in der Weihnachtszeit ist auch heute stets ein christlicher Neujahrswunsch verbunden, der nach dadurch unterstrichen wird, dass mit geweihter Kreide die Buchstaben C+M+B an die Haustueren geschrieben werden. Nach heutiger Deutung stehen die Buchstaben fuer “ Christus Mansionem Bendicat“ , das soviel bedeutet wie:“ Christus segne dieses Haus“. Die Buchstaben werden aber vielerorts auch mit den Namen der Hl. Drei koenige Caspar,Melchior und Balthasar erklaert. zu den Buchstaben wird noch die Jahreszahl hinzugefuegt.


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