Der Moosstock-ein faszinierender Dreitausender in Südtirol

Genau  zwischen Ahrntal und Reintal hat das frühere Erdzeitalter eine weitere Bergkette plaziert.Es ist die Dureckgruppe.Sie stellt in der Alpenformation eine Untergruppe der Venedigerkette dar und beheimatet die beiden südlichsten Dreitausender dieser Formation des Alpenhauptkamms,das  Dureck und den Moostock.

Der Moosstock,auch in manchen auswärtigen Titeln  und  die einheimische Bevölkerung  wird er auch  Mostnock genannt,hatte es mir schon seit einiger Zeit angetan,denn er ist ausser der südlichste Pfeiler der Venedigergruppe auch noch der Hausberg der Ahornacher und Pojer.Und so ein Hausberg ist schließlich Pflicht.

Bisher waren meine Bemühungen für eine Besteigung fehl geschlagen.mal wollte keiner mit,mal spielte das Wetter keine gute Rolle. So beschloß ich es allein zu versuchen.An einem goldenen Herbsttag mitten im Oktober,auch das gibt es in Südtirol um dies Jahreszeit gelegentlich noch,schnürte ich meine  Wanderschuhe.Der grosse Moostock wird oftmals unterschätzt,denn auf die 3061 m hinauf zu kommen bedarf es doch einiger Geschicklichkeit.

Jedenfalls wurde ich eines Morgens,gegen 9 Uhr nach Ahornach zum Ausgangspunkt Stockerhof chauffiert.Von dort aus geht der Normalweg zum Moostockgipfel ab.

Vorbei an den sogenannten Schlafhäusern einer alten,halb zerfallenen Hirtenunterkunft,ging es sich noch relativ gemütlich.Doch dann wurde der Pfad steiler und steiniger.Teilweise recht abgespeckte Felsen erforderten jede Aufmerksamkeiten.

Am Fuße des Gipfelaufbaus konnte ich nochmals Luft schöpfen.Dann begann der weglose Aufstieg in Richtung Gipfelkreuz.Der kurzzeitig erfolgte Wintereinbruch vor einigen Tagen hatte noch seine Reste auf den Felsen und Nischen liegen.Häufig musste ich Passagen in Eis und Schnee überwinden.

Der Gipfel selbst ist ein Plateau und bietet genügend Platz für eine ausgedehnte Rast.Doch leider ließ sich,außer mir,weit und breit keiner blicken.Die letzte Eintragung im Gipfelbuch lag bereits eine Woche zurück.

So brauchte ich meinen Gipfelschnaps nicht zu teilen-was sonst so üblich ist.

Den Abstieg gestalte ich dann recht individuell.

Ich wartete ab,bis die Sonne nach Mittag ,gegen halb zwei,auch die Schattenseite des Berges erreichte,um die Eisreste aufzutauen.

Der Rückweg über die Pojeralpe,ansonsten wenig begangen,sollte den Schwierigkeitsgrad auf der Abstiegroute erhöhen.Leider war ein Alternativweg um ein kleines Seeauge herum nicht auszumachen.Der Schnee deckte an manchenStellen die Spuren und Tritte zu.So ging ich unter den Zerklüftungen des Zimtnock hinab zur Pojeralpe,mühsam über kleinere Schneefelder und grosse Blockwerke,telis an ausgesetzten Stellen entlang.

Der weitere Weg über die Pojeralm hinunter nach Oberpojen stellte dann keine Schwierigkeit mehr dar.

Die Tour hatte echt was mit Bergsteigen zu tun.In meine Gipfelplanung habe ich schon eine weitere Begehung aufgenommen-den Abstieg über die Pojeralpe,vielleicht mal was Neues.

Für einen Neuling im Dreitausender -Geschäft ist der grosse Moosstock nicht unbedingt ein Einsteigermodell.

All dieses Touringepisoden beweisen,wie vielfältig die Bergwelt in diesem Teil Südtirols ist.

Trotz der Vielfalt von bereits absolvierten Höhenwanderungen bleibt für mich noch genügend Stoff für künftige Unternehmungen dieser Art.

Das Rieserferner-Ahr-Gebiet ist für den Kenner ein Schmeckerchen.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in unmittelbarer Nähe in der Residence Roanerhof

www.roanerhof.com

 

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