Das Gadertaler Kulturerbe-Dolomiten

Am 16. Februar 2012

Ladinische Flurnamen sind auch im Gadertal ein Teil des bäuerlichen Kulturerbe.

Was die Entstehung unserer ladinischen Flur-und Hofnamen betrifft,kann angenommen werden, dass die meisten von ihnen beriets aus der Frühzeit der Besiedlung stammen. Allerdings ist es so,dass es fast nie Aufzeichnungen über die Gründungszeit von Höfen gibt und dass aus den ersten Jahrhunderten der Geschichte eines Hofes nur ganz selten schriftliche Nachrichten erhalten geblieben sind.Viele Besitzer von Bauernhöfen sind stolz,wenn sie sagen können,dass Ihr Anwesen 200 oder 300 Jahre alt ist.Fast alle unsere Bauerngüter sind aber viel älter und können wenigstens auf eine Geschichte von 700 Jahren zurückblicken.Die schriftlichen Aufzeichnungen über ein Bauerngut setzen also meistens erst einige Jahrhunderte nach seiner Gründung ein.

Wann dies der Fallist,hängt davon ab,ob die Grundherrschaft,zu der das Gehöft in dieser Frühzeit gehört hat,seine Dokumente aufbewahrt hat oder nicht meistens waren es die Stifte und Klöster ,die ihre Urkunden und Handschriften sehr sorgfältig aufbewahrt haben,und so können wir von Glück sprechen,wenn wir im Zuge der Erforschungen einer Hofgeschichte feststellen können,dass das Bauerngut zu einem solchen Kloster gehört hat.

Weltliche Grundherren dagegen haben in vielen Fällen ihre Urkunden nicht so sorgfälltig aufbewahrt oder diese sind im Zuge von Fehden oder Erbschaftsteilungen verloren gegangen.

Auch wenn-mit Bezug auf das Gadertal -vor allem seit dem 16.und 17.Jahrhundert immer häufiger schriftliche Dokumende erhalten geblieben sind,handelt es sich dabei doch nicht um einen geschlossenen Archivbestand,so dass wir immer wieder Lücken in der Überlieferung in Kauf nehmen müssen. Der Historiker ist jedoch von diesen nachweisbaren Dokumenten abhängig,wenn er die Geschichte eines Bauerngutes erforschen und beschreiben will.

Viele wertvolle Dokumente verloren gegngen.

Was die Signora de Tor (Gericht Thurn)betrifft,war auch Tor/Schloss Thurn(heute Sitz des Museum Ladin).In seiner Funktion als Gerichtssitz ein wichtiger Aufbewahrungsort von Unterlagen der hiesigen Höfe.Als das Schloss im Jahre 1808 in den Privatbesitz zweier St.Martiner Bauernfamilien überging,wurde daraus die jeweilige Hofstelle.Das im Schloss zurückgebliebene Archivgut wurde in den darauf folgenden Jahrzehnten,da ,wertlos und platzraubend’ nach und nach aus dem Schloss entfernt und zerstört.Johann Trebo vulgo Giuvani de Tor weiß heute zu erzählen,dass noch sein Vater anfangs der 1920er Jahre ganze Mistkörbe voll beladen mit Dokumenten aufs Feld unweit vom Schloss gebracht und dort verbrannt hat.

Für das Gericht Thurn an der Gader sind damit bedeutende Bestände unwiederbringlich verloren gegangen.Aus heutiger Sicht ein Verlust von unschätzbarem Wert.

Was wir aus den alten Urkunden an Flurnamen erheben,ist häufig bis auf wenige Ausnahmen längst in Vergessenheit geraten.Einer der häufigsten Gründe für das Verschwinden von Flurnamen ist die Änderung der wirtschaftlichen Situation eines Ortes.Mit Bezug auf das Gadertal erfolgt heute die intensive Beschäftigung mit der Landschaft nur noch durch eine relativ kleine Anzahl von Bauern.damit ist es auch nur eine kleine Sprachgemeinschaft,die viele Flurnamen lebendig erhalten-womit das Verschwinden vieler Namen vorprogrammiert ist.

Namen galten  früher als wichtige Abgrenzungselemente,die vor der Erfassung eines Gebietes mittels Grundparzellen unbedingt notwendig waren.Während sich die Rodung durchaus namensprägend auswirkte(indem die freigewordenen Flächen benannt wurden) bewirkt heute der Tourismus eher das Gegenteil.Landwirtschaftliche Strukturen werden stark zurückgedrängt und die Bautätigkeit floriert.

Flächen,die einen Namen trugen,wurden verbaut und die ursprünglichen Benennungen finden damit keine Verwendung mehr.Trotz dieser einschneidenden Veränderungen im Siedlungs-und Wirtschaftsgebiet sind vor allem bei der älteren Bevölkerung noch viele Namen erhalten geblieben,die sowohl tropographisch als auch sprachlich eindeutig zugeordnet werden können.

1 Antwort zu “Das Gadertaler Kulturerbe-Dolomiten”

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